Jetzt wird es "Wild"!

In Deutschland werden jährlich pro Kopf ungefähr 400-500 g Wildfleisch verzehrt. Das ist ca. 1 % des gesamten Fleischkonsums. Aber die Nachfrage nach Wild steigt (auch zum Grillen wird immer häufiger Wildfleisch verwendet). Wild gilt als natürliches unverfälschtes Nahrungsmittel und ist außerdem relativ fettarm (zwischen 1 und 10 %), reich an Mineralstoffen wie Kalium, Phosphor, Eisen, Kupfer, Zink und Vitamin B1. Außerdem ist es leicht verdaulich und auch als Schon- bzw. Diätkost hervorragend geeignet.

Wild bleibt Wild und ist deshalb auch manchmal von der Beschaffungsseite her etwas problematisch. Sollte das Wetter einmal nicht „mitspielen“, ist wenig Wildfleisch auf dem Markt. Wir haben darüber schon einmal gewitzelt, aber es ist tatsächlich wahr. Sollte es zum Beispiel in Ländern, von denen wir Wild beziehen, über mehrere Wochen lang durchregnen, so gehen die Jäger tatsächlich nicht raus auf die Jagd und folglich ist dann die Beschaffung etwas schwierig. Dieser Fall ist vor 2 Jahren bereits einmal eingetreten.

Aus diesem Grund handeln viele andere Handelsunternehmen Wildfleisch überwiegend gefroren. Wir bleiben aber bei der Aussage „Gefroren kann Jeder, frisch ist eine Herausforderung“.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie die Gründe wissen, falls mal etwas „ausgeht“ und dass Sie dieses dann nicht wie gewohnt in Ihrem EDEKA-Markt kaufen können. Wild wächst nicht im Stall oder an den Bäumen, sondern lebt in der freien Natur und die ist leider nicht beherrschbar. Rezepte für leckere Wildgerichte finden Sie in unserer Rezeptdatenbank auf dieser Homepage.

 

 

Das Wildschwein

Das Wildschein (männlich: Keiler, weiblich: Bache) wird von den Jägern auch Schwarzwild genannt, wiegt zwischen 70- 200 kg und ist ca. 120-160 cm lang.
Wildschweine fressen fast alles: Mais, Wurzeln, Knollen, Baumfrüchte, Pilze, Insekten Schnecken, Mäuse, Frösche, Molche oder tote Tiere. Gerne gräbt es seine Nahrung mit dem Rüssel oder den Eckzähnen aus. Die Paarungszeit „Rauschzeit“ ist von Dezember bis Januar. Das weibliche Wildschwein „Bache“ ist ca. 114-140 Tage trächtig. Sie gebärt meist 3-12 Frischlinge, die schon gleich nach der Geburt laufen können.


Das Reh

Die Nahrung der Tiere macht das Rehfleisch besonders gehaltvoll, mager und würzig und hat einen großen Einfluss auf den feinen Geschmack des Fleisches.
Sie weiden nicht wie der Hirsche, sondern bevorzugen ausschließlich leicht verdauliche Nahrung wie
zum Beispiel Gräser, Wildkräuter und verschiedene Pflanzenteile.
Ein etwa 20 Kilogramm schweres Reh braucht zwischen zwei und vier Kilogramm Grünmasse für die Deckung seines täglichen Energiebedarfs.

 

Der feine Unterschied

Neuseeland-Hirsch und Deutscher Rothirsch

Unser europäisches Hirschfleisch stammt ausschließlich aus der Jagd auf freilebende Rothirsche, die sich ohne menschliches Dazutun selbständig fortpflanzen und ernähren.
Die landwirtschaftliche Wildhaltung ist eine extensive Haltung von Wildtierarten wie Damhirschen, Rothirschen, Europäischen Mufflons, Wildschweinen und ähnlichen Tierarten in Wildgehegen zur Gewinnung von Wildbret. Eine solche Haltung wird weltweit praktiziert. In Neuseeland hat die extensive Wildhaltung von Hirschen in Gehegen zur Gewinnung von Wildbret, das überwiegend nach Westeuropa exportiert wird, eine große wirtschaftliche Bedeutung.

Neuseeland Hirsch                  Deutscher Hirsch

Aus großen Zuchtgattern,         Frei im Wald
Weidemanagement ähnlich
wie bei Schafen und Rindern.    
Kreuzungen aus Wapiti,
Rothirsch und Damhirsch.
Überwiegend natürliche Äsung
auf den großen Grasflächen
Neuseelands.

Zufütterung                                   Keine Zufütterung
Kräuter, Gräser, Farne,
Heidelbeeren, Bucheckern,
Blätter, Knospen, Triebe
und Rinde von Gehölzen
 

Schlachtung im Schlachthof        Vom Jäger geschossen    
 

Zucht unter tierärztlicher            Frei lebend in den 
Aufsicht                                           europäischen Wäldern
 

Große Herden von 500-1000      Natürliche Herdenbildung
Stück                                                ca. 50 Tiere