| Home |
| Aktuelles |
| Archiv |
| Produkte |
| Frischfleisch Bedienung |
| Frischfleisch SB-verpackt |
| Frischfisch SB-verpackt |
| Wurst- und Fleischwaren Bedienung |
| Wurst- und Fleischwaren SB-verpackt |
| Tiernahrung |
| Metzgereibedarf |
| Firmenprofil |
| Firmengeschichte |
| Unternehmen |
| Umwelt und Technik |
| Qualitätsmanagement |
| Auszeichnungen |
| Kontakte |
| Ansprechpartner |
| Postanschrift |
| Anfahrtsskizze |
| Service |
| Gesundheit |
| Partner |
| Presse |
| Für Sie gelesen |
| Links |
| Suche |
| Artikelsuche |
| Die Märkte in Ihrer Nähe |
| Auf unseren Seiten |
| Ausbildung |
| Fleischer/Fleischerin |
| Fachkraft für Lebensmitteltechnik |
| Jobbörse |
| Fleischer/Fleischerin |
| Verkäufer/Verkäuferin |
| Techniker/Technikerin |
ugo) - Englische Forscher haben sich die Mühe gemacht, bei gemischten Gerichten wie Eintöpfen, Pizza oder Aufläufen den Fleischanteil genau zu ermitteln (Prynne, CJ et al., Eur J Clin Nutr 2009;63:660-666). Ihr Ziel war es, den Fleischkonsum Erwachsener realistischer einschätzen zu können. Denn neben Steak und Würstchen werden in Studien nicht selten auch gemischte Fleischgerichte wie Frikadellen, Ragouts und Pasteten zur Kategorie Fleischverzehr gezählt, obwohl sie reichlich andere Lebensmittel enthalten.
Wie die neue Studie ergab, wurde der Fleischverzehr von Männern auf diese Weise um 50% überschätzt, bei Frauen immerhin noch um 33%. Durch die realistischeren Zahlen verringert sich der Anteil jener Erwachsenen, die nach Ansicht der Welt-Krebsforschungs-Organisation WCRF zuviel Fleisch essen, von 30 auf 12%.
Gewöhnlich wird das Fleisch, vor allem das “rote” von Rind und Schwein, für allerlei Krankheiten verantwortlich gemacht. Wer ein paar der damit befassten Studien gelesen hat, wird jedoch den Eindruck nicht los, dass noch vieles unklar ist. Schon die exakte Verzehrsmenge festzustellen, scheint nicht einfach, wie die neue britische Studie zeigt. Was dürfen wir daraus schließen? Was bedeutet dies für jene Studien, die “rotes” Fleisch ab einer bestimmten Menge als ungesund gebrandmarkt hatten? Bevor wieder spekuliert wird: Wir brauchen seriöse Verzehrszahlen und Studiendesigns, die es erlauben, die Zusammenhänge vorurteilsfrei zu untersuchen. Und bitte nicht vergessen, den Kontext zu beachten: Was wird zum Fleisch gegessen? Wie ist das Gesundheitsverhalten insgesamt.
Quelle: http://www.lme-online.de/
FAQ vom 27. April 2009
Ende April berichteten die Medien über Fälle von Schweinegrippe, die beim Menschen aufgetreten waren. Die Fälle wurden zunächst aus Mexiko gemeldet, dort kam es in der Folge der Virusinfektion auch zu Todesfällen.
Im Zuge der Berichterstattung wurde das BfR häufig gefragt, ob das Virus über den Verzehr von Lebensmitteln, die vom Schwein stammen, auf den Menschen übertragen werden kann.
Auf seinen Webseiten hat das BfR die Antworten auf diese und andere häufig gestellten Fragen zur Schweinegrippe zusammengefasst.
Quelle: http://www.bfr.bund.de/cd/29113
(ugo) - Haben Sie von dieser Studie in den Medien gehört? Wohl kaum - das Ergebnis passt nicht ins gewohnte Bild. Vegetarier mit ihrem hohen Obst- und Gemüseverzehr und ihrer gesunden Lebensweise sollten doch länger leben und schon gar keinen Darmkrebs bekommen. Die Realität sieht offenbar anders aus. Die britischen Vegetarier hatten die gleiche Gesamtsterblichkeit wie die Nichtvegetarier (mit ausgewogener Ernährung), mit denen sie verglichen wurden. Ihr relatives Darmkrebsrisiko lag aber rund 40 höher als bei den Fleischessern.
Die amerikanische Studie, die eine erhöhte Sterblichkeit bei höherem Konsum von “rotem” Fleisch fand, wurde dagegen sofort in vielen Medien besprochen, von Spiegel online bis zur Washington Post. Gleiches geschieht, wenn eine Studie ein erhöhtes Darmkrebsrisiko bei Fleischessern findet. So entsteht der Eindruck, der Genuss von “rotem” Fleisch sei per se schädlich, verkürze das Leben und dies sei auch hinreichend belegt. Doch dem ist nicht so. Denn alle diese Studien sind Beobachtungsstudien, die keine Aussage über Ursache und Wirkung einer Beobachtung erlauben. Zudem gibt es methodische Probleme: So wurde in der amerikanischen Studie nur einmal vor über 10 Jahren nach der Ernährung gefragt. Der Fleischkonsum wurde in “rot” und “weiß” eingeteilt, bei den “Weißfleischessern” war jedoch auch der Fisch dabei, dessen fette Varianten ja offenbar vor Darmkrebs und plötzlichem Herztod schützen. Zudem waren die Teilnehmer, die besonders viel rotes Fleisch gegessen hatten auch übergewichtig, sie rauchten häufiger und aßen mehr, trieben weniger Sport und nahmen weniger Obst, Gemüse und Ballaststoffe zu sich. Alle diese Faktoren können das Krankheits- und Sterberisiko beeinflussen. Mit welchem Recht macht man das “rote” Fleisch dafür verantwortlich?
Noch einmal: Epidemiologische Studien sind Beobachtungsstudien, die statistische Beziehungen aufzeigen können, aber keine Aussage über Ursache-Wirkungs-Beziehungen erlauben. Wenn Menschen mit ungesunden Lebensgewohnheiten und einem hohen Konsum an “rotem” Fleisch und Wurstwaren mehr Darmkrebs bekommen, dann muss erforscht werden, ob es tatsächlich an Fleisch und Wurst liegt, wie das funktionieren soll, ob weniger Fleisch zu essen tatsächlich Vorteile bringt und wenn ja, für wen. Denn es ist gut möglich, dass es Gruppen in der Bevölkerung gibt, die aufgrund ihrer genetischen Ausstattung mit Enzymen von einem verringerten Fleisch- oder Wurstkonsum profitieren könnten. Doch deswegen sollte nicht allen Menschen Verzicht gepredigt werden. In meiner Auswertung “Krebsprophylaxe durch Ernährung” hatte ich schon vor 10 Jahren resümiert, dass sich das Krebsrisiko eines Menschen nicht anhand seines Verzehrs an “rotem” Fleisch beurteilen lässt. Zwar gibt es mittlerweile neue Studien, u.a. auch solche, die einen Zusammenhang zu Darmkrebs fanden. Die Mechanismen, wie rotes Fleisch schaden, weißes aber schützen soll, sind aber noch immer nicht geklärt. Daher ist mein Fazit bis heute akutell - nachgelesen werden kann eine Kurzfassung der kompletten Analyse hier.
Quelle: http://www.animal-health-online.de
Der Link zum Originaltext: http://www.animal-health-online.de/lme/2009/03/25/englische-epic-studie-findet-hoheres-darmkrebsrisiko-bei-fleischverzicht/3350/
Weitere Informationen zum Thema: http://www.ernaehrgesund.de
Der Chef des weltgrößten Nahrungsmittelkonzerns Nestlé, Peter Brabeck, hat angesichts geplanter Subventionen für die Produktion von Biotreibstoff vor verheerenden Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion gewarnt. "Wenn man 20 Prozent des steigenden Erdölbedarfs mit Biotreibstoffen decken will, wie das geplant ist, dann gibts nichts mehr zu essen", warnte Brabeck in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag".
Es sei unverantwortlich und moralisch inakzeptabel, dass man enorme Subventionen zahle, um aus Lebensmitteln Biotreibstoff zu machen. "Das ist politischer Wahnsinn", sagte der Chef des Nahrungsmittelmultis.
Die USA verwenden laut Brabeck dieses Jahr 138 Millionen Tonnen Mais nur für Biotreibstoff. Diese Menge fehle für die Lebensmittelproduktion und treibe nicht nur den Preis für Mais, sondern auch für Soja und Weizen. Landwirtschaftlicher Boden werde zum knappen Gut. "Ebenso Wasser, das uns auszugehen droht." Um ein Liter Bioethanol zu produzieren, würden 4.000 Liter Wasser benötigt.
Frankfurt (aho/lme) - Sieben Umsatz-Milliardäre, darunter fünf Schlachtunternehmen, führen das dritte Branchenranking der afz-allgemeine fleischer zeitung mit einem Gesamtumsatz in Höhe von 11,9 Milliarden Euro, an. 2006 stiegen die Umsätze bei den Top 10 um durchschnittlich 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das Beschäftigungsvolumen nahm leicht ab auf nun 21.100 Beschäftigte.
Mit erstmals mehr als 50 Millionen Schweineschlachtungen in Deutschland wurde 2006 ein neues Rekordniveau erreicht. Die Schlachtbetriebe bauten ihre Position im Ranking daher besonders aus. Das Ranking wird angeführt von der Tönnies-Gruppe (Rheda-Wiedenbrück, NRW) mit einem Umsatz in Höhe von 3,0 Milliarden Euro. Tönnies allein steigerte das Schlachtvolumen um 25 Prozent auf zehn Millionen Schweine. Die Moksel-Gruppe (Buchloe, Bayern) folgt auf Rang zwei mit 1,99 Milliarden Euro Umsatz und 2,63 Millionen Schweineschlachtungen. Westfleisch (Münster/Westfalen) belegt den dritten Rang mit 1,67 Milliarden Euro Umsatz und 5,37 Millionen Schweineschlachtungen. Es folgen:
Vion Food Hamburg: 1,56 Milliarden Euro
Heristo (Bad Rothenfelde, Niedersachsen): 1,34 Milliarden Euro
PHW-Gruppe (Visbek, Niedersachsen): 1,27 Milliarden Euro
Südfleisch Holding (München): 1,11 Milliarden Euro
Zur-Mühlen-Gruppe (Böklund, Schleswig-Holstein): 732 Millionen Euro
Sprehe-Gruppe (Lorup, Niedersachsen): 650 Millionen Euro
Stolle (Visbek, Niedersachsen): 550 Millionen Euro
Moksel, Vion Food Hamburg und die Südfleisch Holding vereinigen unter dem Dach der niederländischen Vion Food Group (Best, NL) zusammen einen Jahresumsatz in Höhe von 4,65 Milliarden Euro. Die zehn größten Fleischwerke des Lebensmittelhandels haben ihre Umsätze zum Teil deutlich gesteigert auf nun 2,55 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 7,85 Prozent. Neun von ihnen platzieren sich unter die Top 50 des Branchenrankings. Darunter Unternehmen wie Brandenburg, Rewe Dortmund (beide Rewe), Bauerngut, Rasting, und das Nordfrische Center in Valluhn (alle Edeka).
Vinzenzmurr aus München unterhält mit 250 Filialen das größte Franchisesystem von handwerklichen Fleischer-Fachgeschäften. Die Ergebnisse der Umfrage basieren auf einer schriftlichen und telefonischen Erhebung der Redaktion bei rund 500 Unternehmen zu Umsätzen, Produktionsmengen, Mitarbeiterzahlen und Beteiligungen. Das dritte große Ranking der Fleischbranche veröffentlicht die afz-allgemeine fleischer zeitung in ihrer heutigen Ausgabe vom 10. Oktober 2007 zur Anuga. Die Anuga ist die weltweit größte Leitmesse für die Ernährungsindustrie und öffnet am kommenden Samstag für das Fachpublikum in Köln.
Quelle: LME Aktuell - Lebensmittel und Ernährung
Links:
[1] http://www.lme-online.de
Berlin (aho/lme) - Biolebensmittel sind meist teuerer, schmecken aber im Allgemeinen nicht besser als konventionelle. Und ob ökologisch oder konventionell - Tops und Flops gibt es auf beiden Seiten. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der Oktober-Ausgabe ihrer Zeitschrift test, für die sie 54 ihrer Lebensmitteltests ausgewertet hat, die zwischen den Jahren 2002 und 2007 veröffentlicht worden sind.
Sorgfalt entlang der gesamten Produktionskette ist der Grundstein für gute Qualität. Doch viele Betriebe, auch ökologische, tun sich damit schwer. Die Qualität von Bioware schwankte im selben Test oft extremer als bei konventionell hergestellten Lebensmitteln. So landete etwa ein Bio-Olivenöl im Test auf dem ersten Platz, ein anderes wegen sensorischer Fehler und hoher Gehalte an gesundheitskritischen Weichmachern jedoch mit auf den letzten Rängen, informierte die Stiftung in Berlin.
Auch in den mikrobiologischen Prüfungen schnitten viele Bioprodukte schlecht ab, so die Warentester gegenüber der Presse. Etwa das getestete Bio-Hackfleisch: Es zeigte zu hohe Keimbelastung. Eines war bereits verdorben und schmeckte "leicht faulig". Zudem können intensiv verarbeitete Bioprodukte meist geschmacklich nicht überzeugen. Geht es jedoch um naturnahe Produktion, setzt Bioware meist Qualitätsstandards. Etwa im Apfelsaft-Test: Drei Bio-Säfte waren Testsieger. Bio ist meist pestizidfrei, mitunter aber durch andere Schadstoffe, wie Weichmacher, belastet. Fleisch und Wurst aus Bio-Produktion verderben dagegen schneller als konventionelle Lebensmittel mit Konservierungsstoffen.
Die ausführlichen Ergebnisse finden sich in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test.
Quelle: AHO Aktuell - Informationen zur Tiergesundheit
Links:
[1] http://www.animal-health-online.de
Die Heilkraft des Essens wurde überschätzt. Auch die Forscher schwenken um. Denn die Ernährung ist bei vielen Krankheiten kein entscheidender Faktor. Nun bemüht sich die Wissenschaft um Abgrenzung gegenüber unseriösen Ernährungsexperten
Grüner Tee, Rotwein, Soja, Ballaststoffe, viel Obst und Gemüse - solch ein Speiseplan galt seit Mitte der 1990er Jahre als Garantie für ein langes und gesundes Leben. Das Krebsrisiko etwa sollte demnach zu 30 Prozent durch die Ernährung beeinflussbar sein. Auch gegen Herzinfarkt und Alzheimer könnte man sich mit einer Grünzeug-reichen Diät wappnen, versprachen nicht nur unseriöse Diät-Gurus, sondern auch Wissenschaftler und geprüfte Ernährungsberater.
Auch heute gibt es noch Forscher, die Bücher mit dem Titel "Krebszellen mögen keine Himbeeren" schreiben. Trotzdem ist man vorsichtiger geworden. Nur noch zehn Prozent des Krebsrisikos sollen mit Messer und Gabel beeinflussbar sein. Ein Fazit des im März abgehaltenen Kongresses der deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) lautet demgemäß: "Die Ernährungswissenschaft muss sich künftig als Wissenschaft von der Rettung der Volksgesundheit lösen und sollte keine Heilsversprechen mehr abgeben."
Der Grund für die plötzliche Zurückhaltung: Zahlreiche, große Studien, in denen man Probanden über mehrere Jahrzehnte beobachtet, akribisch Ernährungstagebücher und Krankheitsdiagnosen ausgewertet hatte, lieferten vernichtende Ergebnisse. Nur einige davon: "Ballaststoffe schützen nicht vor Dickdarmkrebs", "Grüner Tee senkt nicht das Krebsrisiko", "Herz-Diäten mit viel Obst und Gemüse sind zumindest bei Frauen wenig Erfolg versprechend". Was der Homo sapiens täglich verspeist, spielt anscheinend nicht die große Rolle, wie bislang vermutet. Was gesund ist, ist darum heute so unklar wie früher. Sicher ist lediglich: Abwechslungsreich sollte die Ernährung sein, um etwa Vitaminmangelkrankheiten vorzubeugen.
Gerade was das Potenzial einer vorwiegend vegetarischen Kost angeht, sind Ernährungswissenschaftler enttäuscht. So viel Hoffnung setzte man auf die dunkelvioletten bis hellgelben Farbstoffe, auf die Kohl- und Knoblaucharomen, die Tee-Gerbstoffe. Aus Zellkultur- und Tierversuchen lagen schließlich handfeste Beweise vor. Etwa dass Farbstoffe freie Radikale unschädlich machen oder Ballaststoffe Cholesterin binden bevor sie in Gefäßen Unheil anrichten.
Doch warum haben sich diese Theorien nicht bewahrheitet? Einige Forscher führen dies auf die Methoden zurück. In der Cochrane-Datenbank, die auflistet, für welche Behandlungen in der Medizin Beweise vorliegen, finden sich zum Beispiel nur vier Prozent Studien zum Gesundheitspotenzial von Ernährung. Das liegt daran, dass die Cochrane-Forscher strenge Maßstäbe anlegen. Der Idealfall: randomisierte, kontrollierte Studien. Das heißt man verabreicht einer Gruppe einen Wirkstoff, einer Kontrollgruppe ein Placebo. Das funktioniert aber nicht für Ernährung, schließlich ist ein Steak mit Beilagen ein komplexes Gemisch verschiedener Nährstoffen. Zudem gibt es kein Placebo.
Die wenigen Ernährungsstudien in der Cochrane-Basis sind daher Interventionsstudien. Das wiederum verlangt oft ethisch nicht legitimierbare Eingriffe in die tägliche Nahrungsaufnahme über eine lange Zeit. Darum favorisieren die meisten Ernährungswissenschaftler Beobachtungsstudien. Doch diese Studien sind fehlerbehaftet. Die Probanden schummeln beispielsweise, wenn sie über ihre Speisepläne berichten sollen.
Nach den zahlreichen Rückschlägen, die die Ernährungswissenschaft in den letzten zwei Jahren erlitten hat, fragen sich nun einige Forscher, ob die Epidemiologie überhaupt geeignet ist, um den Einfluss der Ernährung auf chronische Krankheiten zu klären. So etwa auch Hans Konrad Biesalski, Mediziner an der Uni Hohenheim: "Bis heute konnte nicht genau definiert werden, was der Ratschlag, viel Obst und Gemüse zu verzehren, überhaupt heißen soll".
In Erklärungsnot kommen die Wissenschaftler auch gegenüber ihren Geldgebern. Die Women's Health Initiative (WHI), bei der einige tausend US-Amerikanerinnen auf eine fettarme Diät gesetzt wurden, hat etwa zwei Milliarden Dollar verschlungen. Das Ergebnis: Die Cholesterinlevel im Blut waren bei den Diäthaltenden fast genauso hoch wie in der Kontrollgruppe, das Brustkrebsrisiko unverändert. Die Macher verteidigen jedoch ihr Vorgehen: Nur große Studien könnten ausschließen, dass Ergebnisse zufällig entstehen.
"Für viele Fragen in der Ernährungswissenschaft treten Probleme auf, die kaum lösbar sind", räumt Volker Pudel, Ernährungspsychologe an der Universität Göttingen ein. "Trotzdem gilt es Wahrheiten zu finden." Die vielen Widersprüche zu erklären, das haben sich nun die Nutrigenomiker auf die Fahnen geschrieben. Denn man weiß heute, dass Menschen je nach genetischer Voraussetzung sehr unterschiedlich auf Nahrung ansprechen. Ob die Nutrigenomiker jemals fundierte Tipps geben können, ist jedoch auch nicht sicher.
Indes, das Vertrauen in die Ernährungswissenschaft ist vielen Menschen abhanden gekommen. Was soll man noch glauben? Helfen nun viele Kohlenhydrate oder wenige beim Abnehmen, senkt sparsam salzen den Bluthochdruck oder nicht, ist ein Glas Rotwein nun gut fürs Herz oder schädlich?
Was anderen Wissenschaften nachgesehen wird, nämlich die Aufstellung von Theorien und deren Widerlegung, nehmen Laien Ernährungsexperten übel. Der Grund: "Der Mensch will beim Essen nicht immer umdenken, weil es eine alltägliche Handlung ist", erklärt Jean-Claude Kaufmann, Soziologe an der Pariser Sorbonne.
Die hohen Ansprüche haben Ernährungswissenschaftler selbst mit ihren Lobgesängen auf Pflanzeninhaltsstoffe geschürt. Doch nicht nur sie sind schuld an der Misere. Auch selbst ernannte Ernährungsexperten verbreiten in Büchern über Lichtnahrung, Trennkost oder Krebsdiäten Abstrusitäten, die die Wissenschaft schon längst widerlegt hat. Und doch finden diese "Experten" in den Medien Gehör. Gerade aus Print und Fernsehen beziehen viele Menschen ihre Diättipps.
Nicht zuletzt hat die Industrie ihre Finger im Spiel. Große wirtschaftliche Interessen stehen hinter dem Gesundheitspotenzial von Kaffee, Olivenöl oder Sojabohnen. Um das eigene Produkt zu preisen, geht man so vor: Man gründet eine Stiftung, die Lebensmittelforschung fördert. So macht es die Alpro Foundation. Sie heißt zwar nach dem großen Sojaproduktehersteller Alpro Soy, bezeichnet sich aber als unabhängig.
Die Stiftung gibt einen Newsletter an Redaktionen heraus, in dem die Wunderqualitäten von Soja beschrieben werden. Kein Wort von möglichen Nebenwirkungen. Wenn Zeitmangel herrscht, übernehmen Journalisten dankbar und unkritisch solche Informationen.
Laut einer Studie der Harvard Medical School fallen industriegesponsorte Ernährungsstudien zumindest bei Getränken stets positiver aus als staatlich finanzierte. Von Unabhängigkeit und Wahrheitsfindung kann bei vielen Forschungsarbeiten also keine Rede sein. Sich davon abzugrenzen, dürfte für die "echte" Wissenschaft schwer werden.
Quelle: taz vom 3.8.2007, S. 18, 238 Z. (TAZ-Bericht), KATHRIN BURGER
Link:
http://www.taz.de/digitaz/2007/08/03/a0019.1/text.ges,1
(lid) - Agrarrohstoffe dürften sich in den nächsten Jahren zu Knappheitsgütern entwickeln. Angesichts eines weltweit zunehmenden Wohlstands werde mit einem steigenden Verbrauch an Nahrungsmitteln gerechnet. Gefragt seien dabei in Zukunft vor allem Produkte der Veredlungsindustrie. Darauf hat Klaus Holschuh, Bereichsleiter Research und Volkswirtschaft der DZ Bank AG, bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) letzte Woche hingewiesen. So sei der Fleischkonsum in China in nur zehn Jahren von 35 Millionen Tonnen auf zuletzt mehr als 50 Millionen Tonnen gewachsen, was einem jährlichen Wachstum von durchschnittlich 2,2 Prozent entspreche. Für jede Tonne Fleisch würden 5 Tonnen Getreide in den Futtertrog wandern, was auch die Getreidenachfrage anheize, zitiert der Internetdienst agrarheute.com Holschuh. Der zunehmenden Nachfrage stünden im globalen Massstab rückläufige Anbauflächen und drastisch schrumpfende Reserven gegenüber. Inzwischen seien die Lagerbestände beim wichtigsten Nahrungsgetreide auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen gesunken, sagte der Experte.
Ein weiterer Megatrend sei der zunehmende Verbrauch von Biotreibstoffen, wird Holschuh zitiert. In Brasilien entfielen mittlerweile über 80 Prozent aller Neuzulassungen auf sogenannte Flexible-Fuel-Autos, ein Trend, den die Europäer regelrecht verschlafen hätten. Die US-Regierung verfolge das Ziel, den Ausstoss an Biodiesel und Biosprit bis 2017 auf jährlich 1,3 Milliarden Hektoliter zu steigern. Um diese Menge produzieren zu können, müsse die Hälfte der US-Maisernte zu Sprit verarbeitet werden. Durch den zunehmenden Importbedarf Chinas an Soja werde sich die weltweit wichtigste Ölfrucht in den nächsten Jahren kräftig verteuern, sagte der Banker voraus. Aber auch beim Mais seien durch die boomende Nachfrage der Destillerien Preissteigerungen vorprogrammiert, was aus dem gleichen Grund auch für Zucker gelte. Beim Weizen sei aufgrund der niedrigen Lagerbestände zumindest mit leichten Preissteigerungen zu rechnen. Preistreiber beim Rohöl seien in den nächsten Jahren vor allem geopolitische Faktoren. Mit Rohstoffen - vor allem bei Rohöl und Agrarrohstoffen - lasse sich in den nächsten Jahren als Anleger gutes Geld verdienen, lautet das Fazit von Holschuh.
Quelle: LME Aktuell - Lebensmittel und Ernährung
Links:
[1] http://www.lme-online.de
[2] http://www.animal-health-online.de
[3] http://www.agrar.de
Düsseldorf (aho/lme) - Zwei Schweinehalter in Ostwestfalen stehen im Verdacht, gegen die Regeln des ökologischen Landbaus verstoßen zu haben. Das teilt das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW mit.
Die beiden Halter haben nach gegenwärtigen Kenntnissen auf verschiedenen Betriebsstätten Schweine angeblich in ökologischer Produktion gehalten, sich bei der Verwendung von Futtermitteln, dem Arzneimitteleinsatz und bei der Herkunft der Tiere aber nicht an die vorgegebenen Produktionsregeln gehalten. Die Verwendung des Ökosiegels ist aber an die strenge Einhaltung dieser Regeln gebunden. Nach Kontrollen im letzten Jahr kam das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) dieser Täuschung auf die Spur. Seit Dezember sind beide Betriebe für die Vermarktung gesperrt. Gleichzeitig wurde Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld eingereicht. Diese hat ein Verfahren wegen Betrugs eingeleitet und gestern alle Betriebsstätten durchsucht und Beweismaterial sichergestellt.
"Die Biobranche boomt und Bioprodukte genießen das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher", so Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg. "Die nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzbehörden kontrollieren die Betriebe in Zusammenarbeit mit den Kontrollstellen und den Anbauverbände daher sehr sorgfältig, schwarze Schafe werden wie in diesem Fall unverzüglich angezeigt. Verbraucherschutz ist auch Täuschungsschutz und wir werden es nicht hinnehmen, wenn einzelne aus Profitgier eine ganze Branche in Misskredit bringen."
Insgesamt handelt es sich um die Haltung von rund 380 Zuchtsauen mit entsprechender Nachzucht. Das Fleisch könnte durchaus als konventionelle Ware vermarktet werden, erfüllt aber nicht die strengen Kriterien des Ökolandbaus.
Quelle: LME Aktuell - Lebensmittel und Ernährung
Links:
[1] http://www.lme-online.de
[2] http://www.animal-health-online.de
[3] http://www.agrar.de
Bonn (aho/lme) - Die Debatte um den Schutz des Klimas ist gut und notwendig. Gleiches gilt aber nicht für alle Beiträge, die zum Thema publiziert werden. Jüngstes Beispiel: Eine Pressemeldung des BÖLW (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft) vom 23.02.2007 unter der irreführenden Schlagzeile "Ökolandbau ist aktiver Klimaschutz". Zu Recht wird zwar darauf hingewiesen, dass vor allem "Methan, das aus der Tierhaltung entsteht und Stick-Oxide aus der Düngung (...) den Treibhauseffekt" verstärken. Es fehlt aber jeder Hinweis darauf, dass z.B. Methanemissionen pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche nur die halbe Wahrheit darstellen. Mindestens ebenso entscheidend ist nämlich die Frage, wie viel Emissionen pro kg oder Liter eines erzeugten Produktes freigesetzt werden. In diesem Fall läuft das Fazit nämlich nicht unbedingt auf Ökolandbau, sondern auf eine möglichst effiziente Landnutzung hinaus. Diesen Zusammenhang erläuterte jetzt Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL).
Ein Beispiel: Rinder als Wiederkäuer sind bekannt dafür, dass sie - wie im Übrigen auch Elefanten - im Zuge der Verdauung Methan ausscheiden. Die tägliche Methanemission je Rind ist abhängig von der Nutzungsart: Milchkühe produzieren mehr (200-400 g) Methan als Mastrinder (80-220 g). Zum Vergleich: Ein Elefant erzeugt etwa 2 400 g Methan pro Tag. Die Freisetzung beim Rind resultiert zu ca. 70 % aus dem so genannten Erhaltungsumsatz. Mit steigender Leistung - z.B. Milch- oder Fleischzuwachs - sinkt jedoch bei gleicher Körpermasse die Methanbildung pro kg erzeugtem Produkt. So ergibt sich für Milch rechnerisch folgende Beispielbilanz: Bei einer täglichen Milchleistung von 10 Litern pro Kuh werden je kg Milch bis zu 40 g Methan (Erhaltungsumsatz eingerechnet) gebildet. Die gleiche Kuh setzt jedoch bei einer Tagesleistung von 30 Litern Milch weniger als 15 g Methan pro Liter Milch frei. Eine Produktivitätssteigerung in der Milchviehhaltung führt damit zu einer Verbesserung der Methanbilanz, so die FNL.
Rechnet man ein konkretes Beispiel, etwa eine Stadt mit rund 310.000 Einwohnern wie Bonn und einem - angenommenen - Milchverbrauch von 1 Liter pro Kopf und Tag (das schließt auch Molkereiprodukte wie Käse, Quark, Butter oder Joghurt ein) und legt dabei die Daten des Agrarpolitischen Berichts der Bundesregierung 2007 zugrunde, dann müssten allein für die Bonner Bürger 19.255 Ökokühe (durchschnittlich 16,1 l/Tag) gehalten werden, die insgesamt täglich etwa 10.230 kg Methan ausscheiden würden. Würden die Tiere dagegen in den konventionellen Vergleichsbetrieben gehalten (durchschnittlich 18,4 l/Tag), so wären für die Bonner Bürger nur noch rund 16.848 Kühe mit einem Methanausstoß von 9.240 kg täglich erforderlich. Würde es aber gelingen, die heute schon in Spitzenbetrieben erzielten Milchleistungen von 30 Litern pro Tag auf allen Betrieben zu erreichen, wären für die Bonner Bürger im Vergleich zum Ökolandbau 8.921 Kühe weniger erforderlich und eine tägliche Verminderung des Methanausstoßes auf weniger als 4.620 kg erzielbar.
Die FNL kommt zu dem Fazit: Klimaschutz ist nur dann wirklich möglich, wenn die Ressourcen zunehmend effizienter genutzt und so die Emissionen wirksam begrenzt werden. In dieser Frage bestehen - auch und gerade beim Ökolandbau - noch erhebliche Potenziale für Verbesserungen.
Die Position der FNL wird jetzt auch von einer Studie des britischen Landwirtschaftsministeriums bestätigt, die eine erhebliche Umweltbelastung durch die Bio - Landwirtschaft wissenschaftlich belegt.
Quelle: AHO Aktuell - Informationen zur Tiergesundheit
Links:
[1] http://www.animal-health-online.de
[2] http://ticker-grosstiere.animal-health-online.de/20070221-00000/
[3] http://www.lme-online.de
London (aho/lme) - Teile der Bio - Landwirtschaft belasten die Umwelt stärker und tragen mehr zur globalen Erwärmung bei als die konventionelle Produktion. Dies ist einer wissenschaftlichen Untersuchung des britischen Landwirtschaftsministeriums zu entnehmen, die jetzt veröffentlicht wurde. Dies gilt laut Report unter anderem für die Produktion von Bio - Milch, Bio - Geflügel und Bio - Tomaten. Hier werden laut Studie mehr Treibhausgase produziert und Gewässer und Böden starker belastet. Auch der Energieaufwand ist nach Berechnung von Wissenschaftlern höher.
Professor Ken Green von der Manchester Business School [1], der die Studie mit dem britischen Agrarministerium "DEFRA" (Department for Environment, Farming and Rural Affairs) erstellte, fordert, bei der Bio - Produktion und den CO-2-Emissionen genauer hinzusehen. Für die Studie wurden die 150 umsatzstärksten Bio - Lebensmittel in ihrer Umweltwirkung genauer analysiert. Hierbei wurde der Weg vom Anbau, über den Transport und die Verarbeitung bis zum Konsumenten betrachtet.
Unterstützung bekommt Professor Green vom Umwelt - Staatssekretär David Miliband, der "Bio" als "lifestyle choice" bezeichnete. Auch der wissenschaftliche Chefberater der britischen Regierung Professor Sir David King hatte sich kürzlich zurückhaltend über die angeblichen Umweltvorteile einer Bio-Landwirtschaft geäußert.
Quelle: AHO Aktuell - Informationen zur Tiergesundheit
Links:
[1] http://www.lme-online.de
[2] http://www.mbs.ac.uk/news/04-02-2007.htm?rssHP
[3] http://www.defra.gov.uk/environment/business/scp/research/themes/food.htm
Kulmbach (idw) - Laut der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (ehemals: Bundesanstalt für Fleischforschung) kann nicht stichhaltig nachgewiesen werden, dass Nitritpökelsalz, das zur Zubereitung von Brühwürsten und vielen anderen Fleischwaren verwendet wird, zu einem erhöhten Krebsrisiko beim Menschen führt. Entsprechend der vorliegenden Fachliteratur und besonders nach der kritischen Analyse eines unlängst veröffentlichten Gutachtens, das einen solchen Zusammenhang nahe gelegt hatte können sich zwar aus Nitrit und Aminen unter bestimmten Bedingungen Krebs erzeugende Nitrosamine bilden, die durch gepökelte Fleischerzeugnisse aufgenommenen Nitritmengen sind aber im Vergleich mit Nitrit aus anderen Quellen so gering, dass sie bei unseren aktuellen Verzehrsgewohnheiten nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Die durchschnittliche Pro-Kopf-Nitritaufnahme aus Fleischerzeugnissen (Natriumnitrit) liegt nach Berechnungen der Bundesforschungsanstalt bei rund 2,5 mg pro Tag. Dabei wird - anders als in dem Gutachten - berücksichtigt, dass ein Großteil des beim Pökeln verwendeten Nitrits durch chemische Reaktionen im Produkt (z.B. Rotfärbung) bereits vor dem Verzehr umgesetzt wird. Durch natürliche Stoffwechselvorgänge (Abbau von Stickstoffmonoxid) produziert der menschliche Körper selbst täglich 50-70 mg Natriumnitrit, also 20- bis 28-mal mehr. Daneben wird Nitrit auch durch den Verzehr pflanzlicher Lebensmittel aufgenommen, da ein Teil des darin vorhandenen Nitrats durch die Bakterienflora des Mundraums zu Nitrit umgewandelt wird. Daraus folgt, dass nur etwa 3 % des Nitrits aus gepökelten Fleischwaren stammt. Die Hauptmenge des Nitrits entsteht durch normale physiologische Prozesse und ist unabhängig von der Ernährung.
Auf die Spur von Substanzen, die beim Menschen möglicherweise Krebs auslösen, kann man mit epidemiologischen Studien kommen. Dabei werden Krebspatienten und gesunde Personen gezielt befragt, zum Beispiel nach ihren Ernährungsgewohnheiten. In dem erwähnten Gutachten werden einige solcher Studien herangezogen, eindeutige Zusammenhänge zwischen dem Konsum von Fleischwaren mit Nitritpökelsalz und einem erhöhten Krebsrisiko (vor allem Magenkrebs) ergeben sich jedoch bei sorgfältiger Wertung der Untersuchungsmethoden nicht. Interessant ist allerdings, dass ein erhöhter Verzehr nitritgepökelter Fleischerzeugnisse in der Vergangenheit - und zum Teil auch noch heute - mit einem hohen Konsum von Kochsalz einhergeht. Der Genuss sehr stark gesalzener Speisen, wie er hierzulande kaum noch üblich ist, ist als Risikofaktor für Magenkrebs bekannt. Die meisten der in dem Gutachten genannten Studien leiden an dem Mangel, dass sie Kochsalz als Risikofaktor vernachlässigen. Solche Studien laufen Gefahr, die Folgen einer hohen Kochsalzaufnahme fälschlicherweise dem Konsum gepökelter Fleischwaren und ihrem Nitritgehalt zuzuschreiben.
Stichwort "Pökeln": Das Pökeln ist ein traditionelles Konservierungsverfahren für Fleisch und auch Fisch. Das verwendete Salz, das Nitrit oder Nitrat enthalten kann, bindet in den Produkten Wasser und macht sie dadurch haltbarer. Fleischwaren werden auf diese Weise unter anderem vor Befall durch das Bakterium Clostridium botulinum geschützt, das einen gefährlichen Giftstoff produziert (Botulin-Toxin). Erwünschte Nebeneffekte: Gepökeltes Fleisch bleibt rötlich (Pökelfarbe) und wird nicht grau, außerdem bekommt es das charakteristische Pökelaroma. Typische gepökelte Produkte sind Bierschinken, Kasseler und Dauerwürste. Nähere Informationen finden Sie in dem Artikel "Krebs durch Konsum nitritgepökelter Fleischerzeugnisse?" von Dr. D. Wild, erschienen im "Mitteilungsblatt BAFF" Nr. 162 (2003), S. 361-367. (wird bei Interesse gern zugeschickt).
München (aho) - Der erste Fall von Rinderseuche in den USA hat der Fastfood-Kette McDonald's nicht geschadet. Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) mitteilt, sind laut Unternehmensangaben vom Donnerstag im abgelaufenen vierten Geschäftsquartal die Umsätze auf dem Heimatmarkt den vierten Monat in Folge erneut zweistellig gewachsen. Der Konzern versprach, das Jahresviertel mit einem Gewinn von 35 Cent je Aktie abzuschließen und damit die Markterwartungen genau zu erfüllen. McDonald's-Aktien gehörten laut SZ mit rund 1 Prozent Aufschlag zu den größten Gewinnern im Dow-Jones-Index und erreichten damit den höchsten Stand dieser Handelswoche.
Berlin (lme) - "Gesunde Lebensmittel und ihre Qualität - Sicherheit durch ökologische Landwirtschaft?" war Thema des Vortrags der Sprecherin für Ländliche Räume der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel HAPPACH-KASAN, auf dem Seminar "Europas Landwirtschaft nach Thessaloniki und Luxemburg" der Europäischen Akademie:
Fest steht, die in Deutschland produzierten Nahrungsmittel haben eine sehr hohe Qualität. Die heimischen Lebensmittel sind gesund und schmecken gut. Deshalb geht die von Foodwatch geforderte "Qualitätswende" ebenso wie vorher die "Agrarwende" der Bundesregierung an der Realität in der Land- und Ernährungswirtschaft vorbei. Die Überschriften "Agrarwende" und "Qualitätswende" sind politische Forderungen, die ein falsches Qualitätsbild von Lebensmitteln vermitteln. Diese Irreführung der Verbraucher wird durch folgende Tatsache unterstrichen: Das Risiko einer Erkrankung durch den Verzehr von BSE-Fleisch wird von den Verbraucherinnen und Verbrauchern als genau so hoch eingeschätzt wie durch Rauchen. Laut Statistik ist dies nicht zu erwarten: jedes Jahr sind 11.000 tabakbedingte Todesfälle zu bedauern, dagegen ist bis heute in Deutschland noch niemand an der durch BSE verursachten Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gestorben. Das macht sehr deutlich, dass wir vordringlich eine Wende in der Risikodiskussion brauchen. Der Statusbericht 2003 "Bewertung von Lebensmitteln verschiedener Produktionsverfahren", vorgelegt von der Arbeitsgruppe des Senats der Bundesforschungsanstalten "Qualitative Bewertung von Lebensmitteln aus alternativer und konventioneller Produktion" weist auf eine weitere interessante Fehleinschätzung der Öffentlichkeit hin. In der Schlussbetrachtung dieses Berichtes heißt es: "Bis heute gibt es damit letztlich keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass der Verzehr von ökologisch erzeugten Lebensmitteln direkt die Gesundheit des Menschen fördert." Dennoch glauben viele Verbraucherinnen und Verbraucher an die Überlegenheit von Ökoprodukten.
Dr. Christel Happach-Kasan fordert deshalb:
- bei politischen Entscheidungen über landwirtschaftliche Produktionsmethoden müssen Wissenschaftliche Erkenntnisse stärker berücksichtigt werden als bisher. - Nur dort, wo die Indikatoren gestützte Bewertung der landwirtschaftlichen Bodennutzung Vorteile des ökologischen Landbaus für die Umwelt ergeben, ist eine öffentliche Förderung des ökologischen Landbaus im Gemeinwohlinteresse vertretbar. - Die Kommunikation über Risiken der Ernährung und ihre Vermeidung muss sehr viel stärker die Erkenntnisse der Risikopsychologie berücksichtigen. Dies erfordert die Bereitschaft von Politik und Medien Verbraucherinnen und Verbraucher nicht für ihre Interessen zu instrumentalisieren.
München (aho) - Einige Wissenschaftler halten flächendeckende BSE- Tests mittlerweile für überflüssig und sind wegen des jetzt ohne vorgeschriebenen BSE-Test in den Kühltheken gelandete Fleisch wenig beunruhigt. Der Mainzer Mikrobiologe Sucharit Bhakdi sagte der "Süddeutschen Zeitung" (SZ), der BSE-Massentest sei Geldverschwendung. "Drei Millionen gesunde Rinder werden getestet - angesichts der Zahl von 54 infizierten Rindern ist das Unsinn." Es gebe zudem neue epidemiologische Studien, dass die Zahl der erkrankten Menschen durch BSE weit niedriger liege als bisher angenommen. „In Großbritannien wurden 180.000 schwer erkrankte Rinder gegessen, dort rechnet man in den nächsten 40 Jahren mit 3.000 Opfern. Hochgerechnet auf die Zahlen in Deutschland, würde das drei Opfer bedeuten - in 40 Jahren.“ Im März soll auf der Tagung in Mainz über den Sinn von BSE-Sicherheitsvorkehrungen diskutiert werden. „Allein, dass wegen eines möglichen BSE-Übertragungsrisikos alle weißen Blutkörperchen aus Blutkonserven entfernt werden müssen, bedeutet jedes Jahr einen Aufwand von 100 Millionen Euro“, sagte Bakhdi der Zeitung.
Auch der Heidelberger Molekularbiologe Professor Konrad Bayreuther plädierte für eine Abschaffung der flächendeckenden Tests: "Deutschland erstickt an seinen Sicherheitsbedürfnissen." In der Schweiz werde bereits nicht mehr flächendeckend getestet, nur auffällige Tiere würden untersucht. Es reiche aus, kein Tiermehl zu verfüttern und Risikomaterial wie Hirn und Rückenmark zu entfernen, sagte Bayreuther, der an der Uni Heidelberg lehrt. Bereits im März 2003 hatte der Präsident des Robert-Koch-Institutes, Reinhard Kurth, erklärt, man müsse darüber nachdenken, wie lange noch flächendeckend getestet werden müsse, berichtet die SZ.
Quelle: @grar.de LME aktuell
(ZDS) – „Biofleisch: Viele Betriebe vor der „Rückumstellung“ überschreibt die Zeitschrift ‚Top Agrar’ eine Pressemitteilung in ihrer Januarausgabe auf Seite 138. Weiter heißt es dort: „Nicht nur die Erzeugerpreise für konventionell erzeugtes Fleisch haben momentan Tiefstände erreicht. Auch die Anbieter von Bio-Fleisch mussten 2003 einen Verfall der Erlöse hinnehmen. In der Ladentheke verbilligte sich Biofleisch um durchschnittlich 10 %. Biologisch wirtschaftende Landwirte stehen zum Teil vor den selben Problemen wie die konventionellen Erzeuger:
- Billig-Importen setzen die Notierungen bei uns unter Druck. Das wurde durch das staatliche Bio-Siegel erst möglich. Mit den sinkenden Preisen werden die Discounter zwar ermutigt, Bioprodukte in ihr Sortiment aufzunehmen. Aber davon profitierten die deutschen Erzeuger kaum.
- Marktforscher kritisieren die großen Preisunterschiede zwischen Bio- und konventionellem Fleisch. Die Aufschläge liegen auch nach der Verbilligung 2003 mit 90 % bei Bio-Schweinefleisch und mit 40 bis 70 % bei unterschiedlichen Bio-Rindfleischprodukten deutlich über der Toleranzgrenze der Verbraucher. Denn diese gaben in Befragungen an, für Bioprodukte höchstens 15 bis 20 % mehr Geld ausgeben zu wollen.“
Auf der Erzeugerseite habe sich der Bio-Boom im Fleischbereich denn auch deutlich abgeschwächt, schreibt die landwirtschaftliche Fachzeitschrift weiter. „Besonders diejenigen Landwirte, die erst vor kurzem beispielsweise in Tiefstreu-Ställe investiert haben, können häufig nicht die Kosten decken. Die fehlenden Erlöse belasten viele Bio-Erzeuger so massiv, dass es mittlerweile vermehrt zur „Rückumstellung“ der Betriebe auf die konventionelle Produktion kommt.“
Quelle: @grar.de LME aktuell
Köln (lme) - „Nach dem Auftauen nicht wieder einfrieren“ heißt es auf denTiefkühlpackungen der EU-Staaten in den jeweiligen Landessprachen. Mit diesem Hinweis will der Gesetzgeber auf Nummer sicher gehen: Die Verbraucher sollen immernur so viele Lebensmittel aus dem Gefriergerät nehmen, wie sie tatsächlich auf einmal auch verbrauchen. Die Vorsichtsmaßnahme soll verhindern, dass aufgetauteProdukte eventuell bei Raumtemperatur zu lange aufgehoben werden. Falls Speisen aus der Tiefkühlung doch einmal übrig bleiben, ist das wieder Einfrieren nach Ansicht des Deutschen Tiefkühlinstitutes (dti) grundsätzlich möglich. Dies gilt vor allem für gegarte oder hoch erhitzte Speisen. Auch Lebensmittel, die lediglich aufgetaut werden müssen - wie Brötchen und Gemüse -können im Prinzip wieder zurück ins Tiefkühlfach. Das Entscheidende beim wieder Einfrieren ist, dass die Produkte so schnell wie möglich wieder ins Gefriergerät zurückkommen. Das dti empfiehlt: Lebensmittel rasch abkühlen, gut verpacken, beschriften mit dem Hinweis „wieder eingefroren“ sowie dem aktuellen Datum und danach das Produkt unmittelbar wieder tiefkühlen. Sofortiges wieder Einfrieren ist hygienisch besser als längeres Aufbewahren von Lebensmitteln im Kühlschrank bei Plustemperaturen, so lautet einhellig die Meinung der Wissenschaftler. Denn bei den tiefkalten Temperaturen im Gefriergerät sind alle Mikroorganismen zum Winterschlaf gezwungen. Dennoch: Nur wer seinen Hunger richtig einschätzt und die entsprechende Portion tiefgekühlter Lebensmittel gleich nach der Zubereitung genießt, erhält optimale Frische und Qualität tiefgekühlter Produkte.
Quelle: @grar.de LME aktuell
Bern (lme) – Wild kann in unterschiedlichen Mengen Reste von Bleimunition enthalten. In der Vergangenheit wurde häufig spekuliert, daß diese Bleireste zu einer Belastung beim Konsumenten führen. Eine neuere Untersuchung aus der Schweiz gibt nun Entwarnung. Danach haben Jäger, die bekanntlich häufig Wild konsumieren, keine höheren Bleigehalte im Blut als andere Zeitgenossen. Auch hatte die Häufigkeit der pro Woche verzehrten Wildmahlzeiten keinen Einfluß auf die individuelle Bleibelastung.
Max Haldimann, Andreas Baumgartner, Bernhard Zimmerli Intake of lead from game meat - a risk to consumers' health? European Food Research and Technology 2002 (215) S.375-379
Quelle: @grar.de LME aktuell
Berlin (aho/lme) - Schweine müssen herumlaufen, dreckig sein und fressen, was sie finden. Wenn die Tiere glücklich gelebt haben, schmecken sie auch besser, sagen Gourmets. Das lässt sich nicht nachweisen, sagen Wissenschaftler. Die STIFTUNG WARENTEST hat 80 Schweinerückensteaks verkosten lassen. Ergebnis: Bioware und Fleisch aus konventioneller Produktion liegen geschmacklich gleichauf. Auch der Preis ist kein verlässliches Maß für Qualität, wie in der November-Ausgabe von test berichtet wird. Gutes Fleisch kann teuer, aber auch billig sein.
Quelle: @grar.de LME aktuell