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Meckenheim - Jürgen Rüttgers ist sauer. Wieder ist sein Bundesland in Sachen Ekelfleisch betroffen. "Ich bin sehr zornig über das, was in diesen Tagen auch hier in Nordrhein-Westfalen passiert", sagt der christdemokratische Ministerpräsident bei einem Besuch des Fleischhofs Rasting in Meckenheim bei Bonn. Nur Stunden zuvor hat er an diesem Freitag erfahren, dass im 30 Kilometer entfernten Troisdorf-Spich der Chef eines Handelsbetriebes verhaftet worden ist. Dort wurde rund eine Tonne Fleisch beschlagnahmt. Grund: falsch deklariert, verdorben und verschimmelt.
Doch das Thema Ekelfleisch geht für Rüttgers an diesem Tag noch weiter. Kaum hat er den Betrieb besichtigt und mit Genuss ein Stück der Schinkenfleischwurst vertilgt, erreicht ihn im Dienstwagen die Nachricht vom Fund verdächtigen Fleisches in Düsseldorf. Noch steht nicht fest, ob die vorsorglich beschlagnahmten 3,5 Tonnen Geflügelfleisch verdorben sind. Doch nach Angaben der Behörden fehlt teilweise die Herkunftsbezeichnung. Entdeckt wurde die Ware bei Routineuntersuchungen.
Solche verstärkten landesweiten Inspektionen hat Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenburg (CDU) seit Wochenbeginn angeordnet, nachdem Ende der vergangenen Woche in Gelsenkirchen verdorbenes Fleisch entdeckt worden war. Auch der Fall in Troisdorf sei wegen dieser intensivierten Kontrollen ans Licht gekommen, sagt Uhlenburg, der gemeinsam mit Rüttgers den Fleischhof Rasting besucht.
Dessen Geschäftsführer Wolfgang Ehret hat "überhaupt kein Verständnis" für die Machenschaften der schwarzen Schafe der Branche. "Das schlägt doch auf uns alle zurück", sagt er sichtlich fassungslos und wütend. Zur Frage, ob die Nachfrage an den Fleischtheken der belieferten Supermärkte (Edeka) nachgelassen hat, sagt er nur: "Wir merken es ein bisschen." Zahlen aber kann er nicht nennen. Der Zeitraum seit Bekanntwerden der Ekelfleischfunde sei dazu noch zu kurz.
Während die Großbetriebe der Fleischbranche um Schadensbegrenzung bemüht sind, erwarten die Handwerksbetriebe ähnlich wie seinerzeit bei der BSE-Krise einen Nachfrageaufschwung. "Der Sicherheits- und Qualitätsaspekt dominiert aktuell vor dem möglichst niedrigen Preis", sagt der stellvertretende Geschäftsführer des Fleischerverbandes, Klaus Hühne der dpa. Die Verbraucher kauften wieder beim "Metzger um die Ecke" ein. Die Wahrscheinlichkeit, dass verdorbenes Fleisch von handwerklichen Metzgereien verarbeitet worden sei, sei extrem gering. "Es ist schlimm, dass ein hochwertiges Lebensmittel so in Misskredit gebracht wird durch illegale Machenschaften", sagt Hühne.
Das findet auch Rüttgers, der sich vom Rundgang durch den blitzblanken und hochmodernen Betrieb in Meckenheim beeindruckt zeigt. Er kündigt ein entschlossenes Vorgehen gegen den Handel mit verdorbenem Fleisch an. "Jeder muss wissen, wer auf Kosten der Gesundheit der Verbraucher versucht, eine schnelle Mark zu machen, fliegt raus", sagt er. Die Landesregierung werde sich bei den Bund-Länder-Gesprächen in der kommenden Woche für härtere Strafen stark machen. "Es ist eine große Sauerei, was hier passiert und wir sind nicht gewillt, das einfach so hin zu nehmen, sondern da wird jetzt aufgeräumt", fügt er hinzu.
Rasting Geschäftsführer Ehret weiß, was zu tun ist, um das Vertrauen der Kunden zu behalten: Der größte Teil des in seinen Betrieben in Meckenheim und Essen verarbeiteten Fleisches komme aus Nordrhein-Westfalen. "Wir kennen jede Lieferfirma und können die Herkunft der Ware lückenlos bis in den Stall zurückverfolgen", sagt er. (dpa)
Quelle : "Kölner Rundschau"
Die EDEKA Handelsges. Rhein - Ruhr mbH stellt mit ihren rund 1.000 Märkten, überwiegend in Hand von selbständigen Kaufleuten, im Raum NRW eines der führenden Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels in seinem Absatzgebiet dar. Der Außenumsatz der EDEKA Rhein - Ruhr lag im Jahr 2000 bei ca. 4,9 Mrd. DM.
Leistung und Qualität waren und sind seit vielen Jahren das Markenzeichen der gut geführten EDEKA - Supermärkte unserer Kaufleute.
Die Fleischhof Rasting GmbH, als Tochterunternehmen der EDEKA Rhein - Ruhr mit Standorten in Meckenheim und Essen, steht ebenso schon seit jeher für kompromisslose Qualität und Transparenz ihrer Produkte im Bereich Fleisch- und Wurstwaren. So war Rasting eines der ersten Unternehmen der deutschen Fleischwarenindustrie, welches bereits 1993 die Zertifizierung seines Qualitätsmanagementsystems nach der strengen Normenreihe der DIN EN ISO 9001 erreichte. Darüber hinaus wird bei Rasting schon seit mehr als 20 Jahren ausschließlich deutsches Rind-, Kalb- und Schweinefleisch vermarktet. Bei einem Volumen von nahezu 60.000 Tonnen an Fleisch- und Wurstwaren per annum, und einem Umsatz im Jahr 2000 von ca. 380 Mio. DM haben wir auch in diesem Bereich eine nicht unerhebliche Marktbedeutung in NRW.
So war es auch mit Beginn der Rindfleischetikettierung 1998 nur konsequent ein eigenes System zur Herkunftssicherung bei Rindfleisch bei der BLE ( Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Frankfurt ) zu beantragen.
Unser System "RAQUASIS - RIND" (RAQUASIS = RAsting QUAlitätsSIcherungsSystem) war das erste System zur Herkunftssicherung bei Rindfleisch in Deutschland , welches von der BLE uneingeschränkt für die Marktstufen Zerlegung, Großhandel und Einzelhandel genehmigt wurde. Damit hatten auch die Einzelhändler der EDEKA Rhein-Ruhr ein System zur Verfügung, welches dem Kunden klare Aussagen und Transparenz zum Thema Rindfleisch vermitteln konnte und auch heute noch kann.
Dennoch hat der erste BSE - Fall in Deutschland im November 2000 auch bei uns zu Umsatzverlusten von mehr als 50% bei Rind- und Kalbfleisch geführt. Auch die Wurstwaren blieben von der massiv negativen Berichterstattung in den Medien nicht unberührt. Obwohl wir unseren Kunden versichern konnten, dass in unserem Hause noch nie Separatorenfleisch oder Risikomaterialien verarbeitet wurden, war die Verunsicherung beim Kunden sehr groß. Beim Rindfleisch konnten wir durch die enge Zusammenarbeit mit unserem Partner Westfleisch schon sehr früh ( ab dem 07.12.2000 ) mit BSE - Schnelltests bei allen für uns geschlachteten Jungbullen beginnen. Wir haben mit diesem Datum unseren gesamten Bezug an Rindfleisch auf die Westfleisch konzentriert, um auch hier einen weiteren Schritt zur Transparenzsteigerung zu erreichen. Dies war nur so schnell möglich da wir bereits im Frühjahr 2000 mit dieser Idee ( incl. BSE Test für alle Tiere ) auf die Westfleisch zugegangen sind. Die erste Überraschung ist nach wenigen Gesprächen einer konsequenten Umsetzung eines solchen Novums in der deutschen Fleischwirtschaft gewichen.
Diese schnelle Reaktion, verbunden mit einer klaren Herkunftsaussage war letztlich von entscheidender Bedeutung um die Umsätze bei Rindfleisch wieder steigern zu können. Aus heutiger Sicht können wir sagen, dass unsere Abverkaufsmengen in den Werbewochen wieder nahezu das Niveau wie vor dem ersten BSE Fall erreichen.
Im Bereich Wurstwaren müssen wir auch heute noch im Mittel einen Absatzrückgang von ca. 10 % verzeichnen. Aber auch hier ist eine Besserung erkennbar.
Das festhalten an der deutschen Herkunft unseres Fleisches wurde von unseren Kunden durchweg positiv aufgenommen. Es kann aus unserer Sicht keinen Sinn machen, wenn wir in der Krise auf Fleisch aus Südamerika oder anderen Staaten ausweichen. Deutsches Fleisch war und ist Qualitätsfleisch. Zudem kann man die Strukturen und Systeme in der Land- und Fleischwirtschaft nur dann wirksam verbessern, wenn man gerade die Krise als Chance begreift. Dies gelingt jedoch nur gemeinsam. Gerade in der jetzigen Zeit ist es aus unserer Sicht unerlässlich die Absatzsituation für deutsche Landwirte zu stärken und für die Zukunft weiter zu verbessern.
Aber auch die Landwirtschaft muss begreifen, dass in den neuen Wegen eine große Chance liegt.
Von unseren Projektpartnern wünschen wir uns für die Zukunft, dass der begonnene Weg zielstrebig und konsequent fortgesetzt wird.
Die Landwirtschaft muss begreifen, dass in den Ställen ein Lebensmittel hergestellt wird. Dieses Lebensmittel muss, mit all seinen Rahmenbedingungen der Erzeugung, strengsten Qualitätsanforderungen genügen. Eine "gläserne Produktion" vom Stall bis zur Ladentheke, oder wie man im englischen so schön sagt : "From stable to table" muss unser Ziel sein um das Vertrauen der Verbraucher in das hochwertige Lebensmittel Fleisch wieder herzustellen.
Ebenso muss der Handel begreifen, dass eben dieses hochwertige Lebensmittel Fleisch keine Ramschware ist, das zu Schleuderpreisen verkauft werden muss. Hier muss man zur der Einsicht : "Klasse geht vor Masse" zurückkehren.
Doch auch der Verbraucher muss verstehen, dass eine aus vielen Mosaiksteinen bestehende Qualitätspolitik bei Fleisch, zu etwas höheren Preisen führen muss. Dies dem Verbraucher zu vermitteln, ohne ihn mit zu viel Fachsimpelei zu überfordern wird die schwerste Aufgabe der Zukunft sein.
Wir können uns nicht alleine auf die Vermarktung von BIO-Fleisch als dem einzig Richtigen versteifen. Die berechtigten Wünsche der Mehrheit der Verbraucher müssen zum Standard bei der Fleischproduktion werden. BIO und ÖKO Produkte haben ihre Berechtigung auf dem Markt, werden aber noch auf lange Sicht eine Nischenerscheinung, wenn auch mit steigender Bedeutung, sein.
Von der Politik wünschen wir uns eine klare Bekenntnis zur deutschen Landwirtschaft und Fleischwarenindustrie. Denn sie ist besser als man ihr in der heutigen Zeit nachsagt.
Ebenso wünschen wir uns von Seiten der Medien eine weniger auf Panikmache und mehr auf sachlich fundierte Information angelegte Berichterstattung zum Thema Nahrungsmittel. Es ist leicht das Porzellan zu zerschlagen, aber es ist sehr viel filigrane Arbeit notwendig um hinterher wieder eine schöne Vase zu erhalten. Diese Vase ist jedoch unabdingbar um in ihr Blumen, wie die heute hier vorgestellten, gedeihen zu lassen.
Moers / Meckenheim im März 2001
EDEKA Handelsgesellschaft Rhein - Ruhr mbH Fleischhof RASTING GmbH